Haftung des Erben

Da der Erbe in die Rechtsposition des Erblasser einrückt haftet er auch für die Nachlassverbindlichkeiten (§ 1967 Abs. 1 BGB).

Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören die vom Erblasser verursachten Schulden. Zweitens gehören dazu die Verbindlichkeiten, die durch den Erbfall entstanden sind. Diese sind Verpflichtungen aus Pflichtteilsrechten, Vermächtnissen und Auflagen.

Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.

In den ersten 30 Tagen muss er Unterhaltsberechtigten ebenfalls wie der Erblasser zuvor Unterhalt bezahlen.

Da der Erbe in die Rechte und Pflichten des Erblassers eintritt, können im Grunde genommen die ehemaligen Gläubiger des Erblasser jetzt auch auf das Vermögen des Erben zugreifen.

Solange jedoch der Erbe die Erbschaft noch nicht angenommen hat, haftet er nur mit dem Nachlass und nicht mit seinem eigenen Vermögen.

Bis zur Annahme der Erbschaft hat das Nachlassgericht gegebenenfalls für die Sicherung des Nachlasses zu sorgen. Da sich der Erbe zunächst einen Überblick verschaffen muss, über den Umfang des geerbten Vermögens, kann er die Bezahlung der Nachlassschulden für die Dauer von drei Monaten verweigern (§ 2014).

Michael Rössler ist aufgenommen bei brainGuide