Mehrheit von Erben

Hinterlässt der Erblasser mehrere Erben, so wird der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen der Erben (§ 2032 Erbengemeinschaft). Jeder Miterbe kann über seinen Anteil an dem Nachlass verfügen. Allerdings kann der Miterbe über seinen Anteil an einzelnen Nachlassgegenständen nicht verfügen.

  • Die Verwaltung des Nachlasses steht den Erben gemeinschaftlich zu. Jeder Miterbe ist den anderen gegenüber zu Mitwirkung verpflichtet, welche für eine ordnungsgemäße Verwaltung erforderlich sind. Die gemeinschaftliche Verwaltung kann bei Meinungsverschiedenheiten zu Schwierigkeiten führen. eine gemeinsame Verwaltung ist auch dann nicht einfach, wenn die einzelnen Miterben weit auseinander wohnen. Jeder Miterbe kann deshalb die Auseinandersetzung des Nachlassvermögens jederzeit verlangen. Es gibt hierzu Ausnahmen, z. B. wenn ein Miterbe noch nicht geboren ist (§ 2043 BGB).
  • Wenn keine Einigung möglich ist, kann ein Miterbe versuchen, mit Hilfe des Nachlassgerichtes zu einer Einigung zu kommen. Kann der Nachlass letztendlich nicht einvernehmlich geteilt werden, dann ist es erforderlich, den gesamten Nachlass zu verkaufen und die Geldbeträge gem. dem Anteil am Nachlass auszubezahlen.
  • Vor der Auseinandersetzung müssen die Miterben die Nachlassschulden berichtigen. Insbesondere trifft dieses die Auszahlung der Pflichtteile an die Pflichtteilsberechtigten (§§ 2050 ff. BGB).
  • Die Auseinandersetzung kann in einem Auseinandersetzungsvertrag geregelt werden. Werden Grundstücke dabei erfasst, ist die notarielle Form zu beachten.

Michael Rössler ist aufgenommen bei brainGuide