Nachlassverwaltung

Darunter versteht man eine Nachlasspflegschaft, die dazu dient, die Nachlassgläubiger zu befriedigen. Sie wird nur auf Antrag angeordnet und bewirkt rückwirkend eine Trennung des Nachlasses vom Eigenvermögen.

Ist die Nachlassverwaltung durch das Gericht angeordnet oder ist ein Nachlassinsolvenzverfahren eröffnet, so gelten die in Folge des Erbfalles durch Vereinigung von Recht und Verbindlichkeit oder von Recht und Belastung erlöschen Rechtsverhältnisse als nicht erloschen. Eine Forderung die der Erbe gegen den Erblasser hatte und die durch das Erbe und die Vereinigung des Vermögens des Erblassers mit dem Vermögen des Erblassers erloschen ist, lebt damit wieder auf. Der Nachlassverwalter kann also diese Forderung gegenüber dem Erben geltend machen und den Erlös den Nachlassgläubigern zukommen lassen.

Der Erbe verliert mit Anordnung der Nachlassverwaltung die Befugnis, über die Nachlassgegenstände zu verfügen. Der Nachlassverwalter hat die Aufgabe den gesamten Nachlass in Besitz zu nehmen, dessen Umfang festzustellen und den Nachlass gegebenenfalls zu verwerten. Allerdings darf bei der Nachlassverwaltung der Nachlass nicht überschuldet sein. Wenn dieses der Fall ist, dann ist die Nachlassinsolvenz zu beantragen ( §§ 1975, 1980 BGB). In der Nachlassinsolvenz wird die vorhandene Nachlassmasse auf die Nachlassgläubiger verteilt.

Michael Rössler ist aufgenommen bei brainGuide