Abmahnung - Gleichartigkeitserfordernis

Die Kündigung nach einer vorrangegangenen Abmahnung ist erst dann möglich, wenn es sich um eine einschlägige Abmahnung in einem gleichartigen Wiederholungsfall handelt. Einschlägigkeit bedeutet, dass das Fehlverhalten des Arbeitnehmers sich auf einem ähnlichen Gebiet im weitesten Sinne bewegen muss. Ist der Arbeitnehmer betrunken zum Dienst erschienen, dann muss sich ein derartiger Fall wiederholen, und es reicht nicht aus, wenn er bei seinem zweiten Vertragsverstoß lediglich zu spät gekommen ist (jetzt war er wieder nüchtern).

Gefordert wird eine vergleichbare Störung im Arbeitsverhältnis, als übereinstimmender Ausdruck einer spezifischen Unzuverlässigkeit des Arbeitnehmers.1


 

1 LAG Berlin, b+p 1996, 538

Michael Rössler ist aufgenommen bei brainGuide